Zwei Runden um den Kailash

Die erste Runde um den Berg Kailash, der gleich für mehrere Religionen ein heiliger Berg ist, verlief für den Ich-Erzähler in Christian Krachts Roman „1979“ noch relativ unspektakulär, „reichlich banal“. In drei Tagen wanderte er im Uhrzeigersinn um den Berg herum. Von der ihm vorhergesagten Reinwaschung merkte er nichts.

Die zweite Runde zeigte da schon mehr Wirkung. Die ging er jedoch auch nicht alleine, sondern mit zwölf tibetischen Pilgern. Ob dabei allerdings von Gehen gesprochen werden kann, ist fraglich. Vielmehr umdrehen viele der Pilger den Berg so: Sie lassen sich in voller Körperlänge in den Staub fallen, stehen wieder auf und machen einen Schritt nach vorne. Dann wiederholen sie diese Prozedur so lange, bis sie den Kailash umrundet haben.

Der Ich-Erzähler hatte während dieser Zeit sehr viel Spaß, oft wurde gescherzt und gemeinsam gelacht. Und er erkannte den Sinn der Umrundung. Für ihn lag er in dem Gemeinschaftsgefühl und dem Schaffen einer tiefgehenden Erinnerung.

Was danach passiert, hat mit Gehen nur noch wenig zu tun. Da passt dann eher die Beschreibung des einen Rezensenten auf dem Klappentext: eine Auslöschungsphantasie.

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