Archiv für den Monat November 2012

Die Phantasie in Gang bringen

Dass die Phantasie im Laufen angeregt wird, habe ich schon oft erlebt. Während meines Studiums hatte ich immer einen Weg von etwa 30 Minuten zu laufen, um in die Uni zu kommen. Damals kaufte ich mir mein erstes Diktiergerät, um die Gedanken festzuhalten, die mir auf dem Weg kamen. Kaum hatte ich das Gerät in der Tasche, wurde der Gedankenfluss jedoch unterbrochen – ich wollte wohl nur noch für das Gerät gehen und denken. Blockade.

Inzwischen bin ich dazu übergangen, die Gedanken nach dem Gehen aufzuschreiben – manchmal zumindest. Das funktioniert besser. Oder ich mache auf dem Weg eine Pause, um sie schnell zu notieren. Das vor allem dann, wenn sie tatsächlich gut sind.

Auch mein Lieblingsautor Philip Roth spricht in dem schönen und nahen TV-Porträt „Philip Roth, ohne Beschwerden“ von der italienischen Journalistin Livia Manera und dem in Frankreich lebendem Fotografen, Autor und Regisseur William Karel davon, wie das Gehen auf ihn wirkt. Er sagt in dem 2011 gedrehten Film: „Ich schrieb im Stehen und stellte fest, dass mein Kopf im Stehen freier war. Und dass ich umher gehen kann, wenn ich in einer Passage nicht weiterkomme. Wenn man geht, kommt die Phantasie, und die habe ich ja, ebenfalls im Gang.“

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