Archiv für den Monat Februar 2013

Im Ziel bereits wieder ein Ziel im Blick

Wann? Gestern Nachmittag. Wo? Okay, das ist klar ersichtlich. Und nicht vergessen: Sich einfach mal hängenlassen und entspannen.

Frankfurt an der Oder

Und was wären Wege ohne neue Ideen: Nach den beiden Strecken Berlin-Frankfurt/Main und Berlin-Frankfurt/Oder gibt es für mich eigentlich nur ein logisches nächstes Ziel. Naja, vielleicht sind es auch drei…

Mühseliger Weg in Richtung Ziel

Die gesamte letzte Nacht hatte es geschneit und in der Früh war die Temperatur auf leicht über Null angestiegen. Der Schnee war tief, nass und schwer. Das machte das Gehen heute sehr anstrengend. Zum Teil sank ich bei jedem Schritt bis kurz unter die Knie ein. An vielen Wegabschnitten wären gut gewachste Langlaufskier oder Schneeschuhe optimal gewesen.

Die Wolken schienen zum Teil bis in die Baumwipfel hinabgesunken zu sein und begünstigten das innere Zwiegespräch zwischen den Polen Ehrgeiz und Bequemlichkeit. Bequemlichkeit wählte das Argument: Wenn man Dinge freiwillig tut, sollten sie dann nicht zu jedem Zeitpunkt Spaß machen? Der Ergeiz erwiderte, dass es um das Erreichen des Ziels gehe, und dass es auf derartigen Wegen auch Unannehmlichkeiten zu überwinden gebe. Das Gefühl am Ende würde alle Strapazen wett machen und Belohnung sein.

Ehrgeiz setzte sich trotz schmerzender Fußsohlen durch – ansonsten waren dies mal drei Tage schmerzlosen Laufens. Eine Alternative hätte es letztendlich allerdings sowieso nicht gegeben. Ich lief wie gestern durch endlose Wälder, nur, dass sie heute wunderschön waren – und sogar hügelig. Ausstiegsstationen waren niemals in Sicht.

Und schließlich kam ich in das Frankfurt im Osten Deutschlands. Allerdings wurde mir bewusst, dass ich nicht den Bezug zu dieser Stadt habe wie zu Frankfurt am Main. Ist halt nicht die Heimat.

Distanzen

Laufen durch Plattland. Hier gibt es keine einzige Erhebung. Und Distanzen an Weg. Genauso Distanzen im Kopf. Dies ist mein Motto des Tages. Etwa zehn Kilometer geradeaus durch den Wald. Das  Ende des Weges kam nicht näher. Da gibt es viel Zeit für Gedanken – auch komplizierte. Irgendwann nannte ich den einen nur noch HeikeL. Sehr passend, wie ich fand. Menschen sah ich kaum, Unterhaltungen kamen so nicht zu stande. Konzentration auf das Ich. Das kann anstregend sein.

Erkner und Gerhart Hauptmann

Vier Jahre lang, 1885 bis 1889, lebte übrigens Gerhart Hauptmann in Erkner. Ein nach ihm benanntes Museum und zahlreiche in der Stadt aufgestellte Hinweistafeln erinnern an sein Wirken. Denn die Stadt bzw. die Bewohner dienten dem Nobelpreisträger als Vorbild für einige Figuren. Ich sah die Hinweistaf zum „Bahnwärter Thiel“ und „Biberpelz“.