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Frankfurt, Frankfurt, Frankfurt, Frankfurt … (2)

Es ist echt schlimm: Ist einmal der Samen ausgesät und findet er fruchtbaren Boden, dann fängt er auch an zu wachsen. In meinem Hirn hat er einen solchen Boden gefunden. Denn es ist ja nicht so, dass ich mich nicht vorher schon mit den Frankfurts außerhalb Deutschlands befasst habe, weiß, dass es noch mehr als die bereits erwähnten und erlaufenen Frankfurts gibt – auch die in den USA. Selbst, wenn die sich Frankfort schreiben.

Wenn dann allerdings auch ein mir nahestehender Mensch diese Möglichkeiten beziehungsweise Ziele erwähnt und meint, ich solle dorthin laufen, dann hat die Idee bereits den Status des Keims erreicht. Da ist der Glaube und das Vertrauen eines Menschen in das Schaffen eines solchen Vorhabens, in mich. Das ist schön und tut gut, zeigt mir, dass es sich vielleicht nicht nur um ein Hirngespinst handelt.

Zwar muss ich nun noch an dem eigenen Selbstvertrauen arbeiten, aber mit jeder weiteren Auseinandersetzung wächst die Pflanze. Heute Morgen beim QiGong habe ich zwei Stunden den Weg und die Möglichkeiten durchgespielt – natürlich erst einmal nur gedanklich. Und so absurd wie ich gestern geschrieben habe, ist das alles überhaupt nicht. Es bedarf einer intensiven Vorbereitung, Planung und professionellen Beratung. Das ist klar.
Bisher hatte ich mich aus Respekt vor den Wegen ja zurückgehalten, doch jetzt und heute erscheint es mir machbar. Mal sehen, was morgen ist.

Allerdings kamen heute beim Stehen auch allerhand Ängste diesbezüglich in mir hoch, die mich ordentlich durchgeschüttelt haben. Das sind nicht mehr die „Spaziergänge“ durch Deutschland, das wird eine existenzielle Angelegenheit, die enden kann. – Wie, muss ich wohl jetzt noch nicht ausschreiben.

Das Festhalten der Gedanken ist auf jeden Fall schon einmal der Beginn einer Auseinandersetzung, an deren Ende sich zeigen wird, ob es tatsächlich eines Tages zum Start kommt. Das wird ein längerer Prozess – für den Weg selbst muss man wohl ein bis anderthalb Jahre einrechnen. Das wäre der Hammer.

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Frankfurt, Frankfurt, Frankfurt, Frankfurt … (1)

„Ihr Brüllen ist noch immer gehemmt. Das ist allerdings
ganz natürlich, da Sie sich von so vielem befreien müssen.“
(aus Saul Bellows Roman „Der Regenkönig“)

Jetzt wo ich mir Frankfurt als großes Ziel gewählt habe, solle ich auch nach Frankfurt laufen, sagte mein Vater in einem Telefonat diese Woche. Er meinte ein Frankfurt in Amerika. Allerdings gibt es dort drei gleich Orte mit dem Namen: ein Frankfort in Kentuckey, eines in der Nähe von Chicago, in Illinois, und das dritte nördlich von Indianapolis, in Indiana. Erst wenn ich dort ankomme, werde ich Frieden finden, so seine Überzeugung.

Gute Idee. Allerdings werde ich dafür auch einige Zeit aufhören müssen zu arbeiten – gerade dann, wenn ich als Ausgangspunkt wie bisher Berlin wähle. Ich muss dann in eine französische Hafenstadt laufen und von dort versuchen, mit einem Frachtschiff über den Atlantik zu setzen. Eine andere Möglichkeit ist es, erst ganz Russland zu durchqueren und dann vom östlichsten Teil nach Alaska überzusetzen. Bei der Vorstellung wächst mir einfach ein breites Grinsen ins Gesicht: Ist das nicht alles etwas absurd?

Mit Frankfurt als Ziel habe ich aber vielleicht auch die Möglichkeit beziehungsweise das Ziel, auf die russischen Hall Inseln zu müssen. Dort befindet sich Kap Frankfurt. Ein ziemlich einsamer und karger Ort, wie ich auf Bildern gesehen habe. Und schwer erreichbar. Selbst mit Schiff.

Okay, träumen wird man ja wohl noch dürfen. Aber wer weiß, was noch alles möglich ist. Frieden würde ich garantiert dabei finden – vielleicht auch, ohne das Ziel zu erreichen. Einfach irgendwo unterwegs.